Ein Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung

Zeit sich zu Fragen, was das eigentlich bedeutet. Denn im nächsten Jahr ist Jubiläum: dann ist der Prosciutto di San …

Schinken
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Zeit sich zu Fragen, was das eigentlich bedeutet. Denn im nächsten Jahr ist Jubiläum: dann ist der Prosciutto di San Daniele seit 20 Jahren von der Europäischen Union als Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g.U.) anerkannt!

Im Jahr 1996 wurde der Prosciutto di San Daniele Schinken von der Europäischen Union als Produkt mit geschützter Ursprungsbezeichnung (g. U.) anerkannt.

Geschützt werden damit das begrenzte Ursprungsgebiet und die Einzigartigkeit der Verarbeitungstechniken. Das bringt eine Kette von Regeln mit sich, die dafür Sorgen, das Sie mit jeden Stück Prosciutto di San Daniele eine Stück natürliches Lebensmittel von außerordentlicher Genussqualität bekommen.

Verfolgen wir die Kette der ineinandergreifenden Regeln einmal zurück vom Stück Prosciutto bis zum Schwein.

Der Prosciutto di San Daniele darf nur innerhalb der Verwaltungsgrenzen der Gemeinde San Daniele del Friuli (in der Provinz Udine) produziert werden. Das geschieht dort unter strengen Regeln, die besagen, dass zur Herstellung als Zutaten nur Schweinekeulen und Salz verwendet werden dürfen.

Die Schweine dürfen aus diesen 10 Italienischen Regionen kommen: Friaul-Julisch Venetien, Venetien, Lombardei, Piemont, Emilia Romagna, Toskana, Latium, Abruzzen, Marken, Umbrien. Dort werden sie auch geschlachtet, bevor die Schenkel zu Verarbeitung nach San Daniele geschickt werden.

Auch die Aufzucht der Schweine ist streng reglementiert und sieht die artgerechte Haltung der Tiere vor. Die Schweine müssen nach einem von den Produktionsbedingungen für San Daniele Schinken vorgesehenen Diätplan auf der Grundlage von hochwertigen Getreiden und Molke ernährt werden.

Für die Produkte mit geschützter Ursprungsbezeichnung gilt also während des gesamten Produktionsprozesses – vom Schwein bis zum Prosciutto – dass Produktionsbestimmungen eingehalten werden müssen, die wiederum einem strengen Kontrollsystem unterliegen, welches von einem durch das Ministerium für Agrarpolitik, Ernährung und Forstwirtschaft autorisierten Institut namens INEQ durchgeführt wird.

Warum diese strenge Kette von Regeln wichtig ist? Sie schützt vor billigen Imitaten, die vorgeben, etwas zu sein, dass sie nicht sind.

Denn bevor eine solche Regelung europaweit getroffen wurde, trat dieses Problem immer wieder auf, ohne dass viel dagegen getan werden konnte. Ein Beispiel hierfür ist die Produktion von Lübecker Marzipan. Bis zu Beginn der 1980er Jahre wurde es überwiegend südlich von Hannover produziert. „Im Gegensatz zum Original aus Lübeck wies dies aber einen viel geringeren Mandelanteil auf (der Zuckeranteil war dafür umso höher), wodurch es billiger produziert werden konnte,“ heißt es dazu auf Wikipedia.

Als Reaktion auf solche Probleme wurden auf europäischer Ebene im Jahr 1992 erstmals Regeln „zum Schutz von geographischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel“ erlassen. Nationalstaatliche Vorbilder dafür waren unter anderem die DOP-, DOC- und DOCG-Siegel in Italien.

Für die Einhaltung dieser Regeln bei der Herstellung des Prosciutto di San Daniele steht das Consorzio del Prosciutto di San Daniele ein. Damit Sie sicher sein können, mit jeder Scheibe Prosciutto di San Daniele ein echtes Stück Genuss vor sich zu haben.